Hardware
Die folgende Hardware kommt aktuell (Stand Dezember 2025) bei meinen Aufnahmen zum Einsatz:
Mikrofon
Wer meinen Kanal schon länger verfolgt, weiß, dass der Weg zum perfekten Ton teuer werden kann. Ich habe in der Anfangszeit diverse Mikrofone durchprobiert. Hängen geblieben bin ich am Ende beim Shure SM7B, und das hat einen ganz pragmatischen Grund.
Da ich in einem normalen Zimmer ohne professionelle Studiodämmung aufnehme, brauchte ich ein Mikrofon, das Fehler verzeiht. Das SM7B ist ein dynamisches Mikrofon. Das bedeutet für die Praxis: Es ignoriert Raumhall und Nebengeräusche weitestgehend und fokussiert sich voll auf die Stimme. Auch der integrierte Schutz gegen harte Plosivlaute ("P", "T", "K") macht meinen Workflow deutlich entspannter.
Ein wichtiger Hinweis, falls du mit dem SM7B liebäugelst: Das Teil ist leistungshungrig. Ohne ein starkes Audio-Interface oder einen zwischengeschalteten Preamp kommt da kaum Signal an.
Exkurs: Warum dynamisch statt Kondensator?
- Dynamische Mikrofone (wie mein Shure SM7B): Sie sind robust und unempfindlich gegenüber schlechter Raumakustik. Ideal, wenn man keine schallisolierten Wände hat.
- Kondensatormikrofone (z. B. Rode NT1-A): Sie klingen oft brillanter und detailreicher. Der Nachteil ist, dass sie wirklich alles hören. Ohne Akustikelemente an den Wänden hast du schnell Hall oder den PC-Lüfter auf der Aufnahme.
Für meine Umgebung ist das SM7B daher der beste Kompromiss aus Sendequalität und Stressfreiheit.
In der Anfangsphase meines YouTube-Kanals habe ich viele Mikrofone getestet – ein teures Nebenhobby, das schnell ausarten kann. Am Ende habe ich mich bewusst für das Shure SM7B entschieden. Als dynamisches Mikrofon ist es sehr gut für unbehandelte Räume geeignet, weil es Raumhall und Nebengeräusche weniger stark aufnimmt. Der Popfilter ist integriert (gegen Plosivlaute wie P, T, K) und arbeitet unauffällig. Wichtig zu wissen: Das SM7B braucht ordentlich Vorverstärkung – ein kräftiges Audio-Interface oder ein zusätzlicher Inline-Preamp ist empfehlenswert.
Mikrofon-Prozessor
Audio-Processing: Der dbx 286s
Wer gute XLR-Mikrofone nutzt, kommt um ein Audio-Interface nicht herum. Viele schließen das Mikrofon direkt dort an. Ich gehe einen Schritt weiter und nutze einen sogenannten Mikrofon-Prozessor in der Signalkette. Der Vorteil ist simpel. Der Sound wird bearbeitet, noch bevor er im PC landet. Das sorgt für konstante Pegel und spart mir später massiv Zeit.
Meine Signalkette Mikrofon (XLR) → dbx 286s (Prozessor) → Audio-Interface (Line-In) → PC
Warum ich auf den dbx 286s setze Dieses Gerät ist ein Klassiker und für mich die Schaltzentrale für guten Ton. Es bietet verschiedene analoge Werkzeuge, die in Echtzeit arbeiten:
- Expander/Gate: Für Gamer extrem wichtig. Es senkt die Lautstärke drastisch ab, sobald ich nicht spreche. Das eliminiert Raumrauschen und vor allem das Klicken der Tastatur oder Mausklicks in den Sprechpausen.
- De-Esser: Zähmt scharfe Zischlaute wie "S" oder "Sch", die sonst schnell unangenehm in den Ohren der Zuschauer klingeln.
- Enhancer: Ein Equalizer für Faule. Er gibt der Stimme im Bassbereich mehr Volumen und sorgt in den Höhen für die nötige Präsenz und Verständlichkeit.
- Kompressor: Gleicht Lautstärkeschwankungen aus. Wenn ich im Eifer des Gefechts mal lauter werde, regelt der dbx das sanft herunter.
Der Praxis-Nutzen Mit sauber eingestelltem Gain liefert der dbx 286s einen Sound, der im Grunde „sendefertig“ ist. Ich muss im Videoschnitt kaum noch Audioeffekte anwenden. Das Ergebnis ist eine gleichbleibend hohe Audioqualität ohne Mehraufwand bei jedem einzelnen Video.
Wichtiges Detail: Der dbx 286s ist rein analoge Hardware. Er hat keinen USB-Anschluss. Du benötigst also zwingend noch ein Audio-Interface, um das fertige Signal in den Rechner zu bekommen.
Gute Studio-Mikrofone nutzen XLR. Deshalb braucht man zum Anschluss an den PC ein Audio-Interface – optional mit Kleinmixer oder Mikrofon-Prozessor in der Signalkette. Vorteil eines Prozessors: Echtzeit-Bearbeitung (z. B. Kompressor, Gate), dadurch konstanter Pegel und weniger Nacharbeit.
Typischer Signalweg:
Mikrofon (XLR) → Mikrofon-Prozessor → Audio-Interface (Line-In) → PC
Audio-Interface
Das letzte Glied in meiner Audio-Kette vor dem PC ist das Focusrite Scarlett 2i4 (2nd Gen). Es hat eine simple, aber unverzichtbare Aufgabe. Es wandelt das analoge Signal meiner Hardware sauber in digitale Daten um.
Warum ein Interface statt Onboard-Sound? Theoretisch lässt sich der dbx-Prozessor auch direkt an die Soundkarte des Mainboards anschließen. In der Praxis führte das bei mir jedoch zu störendem Brummen und Rauschen. Ein dediziertes USB-Audio-Interface isoliert das Signal und löst dieses Problem zuverlässig. Wer ein XLR-Mikrofon besitzt, kommt um diese Anschaffung meist ohnehin nicht herum.
Braucht man zusätzlich ein Mischpult? Oft werde ich gefragt, ob ich noch einen Kleinmixer nutze. Die klare Antwort ist Nein. Da mein Sound bereits durch den dbx 286s bearbeitet wird, wäre ein zusätzliches Mischpult redundant. Es würde den Signalweg nur unnötig verlängern. Ein Mixer lohnt sich eigentlich nur, wenn man echtes Live-Mixing mit vielen verschiedenen Audioquellen betreibt.
Mein Fazit Das Focusrite Scarlett ist kompakt, robust und klingt neutral. Es verrichtet seinen Dienst absolut unauffällig und zuverlässig. Genau das, was ich von guter Studio-Hardware erwarte.
Kopfhörer
Beyerdynamic DT 990 Pro (Limited Edition)
Lange Zeit habe ich klassische Gaming-Headsets genutzt. Irgendwann wollte ich aber mehr Klangqualität für den Schnitt und meine Gaming-Sessions. Meine Wahl fiel auf den DT 990 Pro in der Limited Edition. Diese Version kommt ganz in Schwarz daher und sieht mit den dunklen Velours-Polstern einfach edler aus als das graue Standardmodell.
Viel wichtiger ist aber die Leistung. Für den aufgerufenen Preis schlägt dieser Studio-Kopfhörer fast jedes überteuerte Gaming-Headset.
Warum dieses Modell?
- Offene Bauweise: Das ist der wichtigste Punkt. Der Klang wirkt sehr luftig und breit. Das hilft mir enorm bei der räumlichen Ortung in Spielen und sorgt beim Videoschnitt für einen neutralen Höreindruck. Man fühlt sich nicht so abgeschottet.
- Tragekomfort: Da meine Aufnahmesessions bei Survival-Games oder Aufbaustrategie oft mehrere Stunden dauern, darf nichts drücken. Die leichte Bauweise und die weichen Polster sorgen dafür, dass ich den Kopfhörer kaum spüre.
- Klangbild: Der Sound ist kristallklar. Die Höhen sind sehr präsent, was Details hörbar macht. Gleichzeitig ist der Bass definiert, aber nicht so matschig überbetont wie bei vielen Gamer-Headsets.
- Langlebigkeit: Das Ding ist ein Arbeitstier. Es ist robust gebaut und verzeiht auch den rauen Alltag am Schreibtisch. Sollte doch mal etwas kaputtgehen, gibt es fast jedes Bauteil als Ersatz.
Fazit: Der Wechsel auf einen echten Studio-Kopfhörer war eine meiner besten Entscheidungen. Ich höre Details in meinen Spielen, die mir vorher entgangen sind. Zudem ist das Tragegefühl deutlich angenehmer. Ich würde den DT 990 Pro jederzeit wieder kaufen.
Computer
Natürlich geht ohne PC gar nichts, darum folgt hier die Auflistung der momentan verwendeten Komponenten:
- AMD Ryzen 9 9950X3D
16 x 4.30 GHz, 128 MB L3-Cache (Zen5) - MSI MPG X870E Carbon WIFI, Sockel AM5
- NVIDIA GeForce RTX 5080, 16GB (ASUS TUF OC)
- 96 GB (2x48GB) DDR5-6000 CL36 RAM, Corsair Vengeance LPX
- SSD1: 1TB Samsung 990 Pro M.2 PCIe 4.0 (7450 MB/s) für Windows & Anwendungen
- SSD2: 2TB Samsung 990 Pro M.2 PCIe 4.0 (7450 MB/s) für Aufnahme-Daten
- SSD3: 4TB Samsung 990 Pro M.2 PCIe 4.0 (7450 MB/s) für Spiele
- HDD: 16TB WD Red Pro (7200rpm) als Datenspeicher
- HDD: 6TB WD Red Pro (7200rpm) als Backup-Datenspeicher
- Noctua NH-D15 chromax.black DualFan CPU Kühler
- Corsair RM1000x Netzteil (80+ Gold, ATX 3.1)
- Fractal Design Define 7 Gehäuse, schallgedämmt
Internetleitung
Auch bei der Infrastruktur habe ich aufgerüstet. Für den Upload nutze ich eine Glasfaserleitung (FTTH) mit 500 MBit/s. Damit landen die Videos rasend schnell auf den Servern. Pro Gigabyte dauert der Upload nur noch rund 30 Sekunden. Das spart enorm viel Zeit und macht den Workflow deutlich entspannter.