Hardware
Die folgende Hardware kommt aktuell (Stand Dezember 2025) bei meinen Aufnahmen zum Einsatz:
Mikrofon
Wer meinen Kanal schon länger verfolgt, weiß: Der Weg zum perfekten Ton kann schnell teuer werden. In der Anfangszeit habe ich etliche Mikrofone durchprobiert, bin am Ende aber ganz bewusst beim Shure SM7B geblieben.
Da ich in einem normalen Zimmer ohne professionelle Studiodämmung aufnehme, brauchte ich ein Mikrofon, das Fehler verzeiht. Das SM7B ist dynamisch und fängt im Vergleich zu empfindlichen Kondensatormikrofonen deutlich weniger Raumhall oder Nebengeräusche wie PC-Lüfter ein. Es fokussiert sich voll auf die Stimme, und der integrierte Popfilter entschärft harte Plosivlaute ("P", "T", "K") zuverlässig. Für meine Umgebung ist es schlicht der beste Kompromiss aus Sendequalität und unkompliziertem Workflow.
Dynamisch vs. Kondensator auf den Punkt gebracht:
- Dynamische Mikrofone (z. B. Shure SM7B): Sehr robust gegenüber schwieriger Raumakustik und ideal für unbehandelte Räume.
- Kondensatormikrofone (z. B. Rode NT1-A): Klingen oft brillanter und feiner aufgelöst, erfassen dafür aber jedes noch so kleine Umgebungsgeräusch und verlangen zwingend schallgedämmte Wände.
Ein wichtiger Hinweis, falls du mit dem SM7B liebäugelst: Das Mikrofon ist extrem leistungshungrig. Ohne ein starkes Audio-Interface mit kräftigen Preamps oder einen zwischengeschalteten Inline-Verstärker (z. B. Cloudlifter oder FetHead) kommt am Rechner kaum Signal an.
Audio-Processing: Der SSL Super 9000
Wer gute XLR-Mikrofone nutzt, kommt um ein Audio-Interface nicht herum. Viele schließen das Mikrofon direkt dort an. Ich gehe einen Schritt weiter und nutze einen hochwertigen analogen Channel Strip in der Signalkette. Der Vorteil ist simpel: Der Ton wird professionell vorverstärkt und bearbeitet, noch bevor er im PC landet. Das sorgt für konstante Pegel und spart mir im Schnitt massiv Zeit.
Meine Signalkette:
Mikrofon (XLR) -> SSL Super 9000 (Channel Strip) -> Audio-Interface (Line-In) -> PC
Warum ich auf den SSL Super 9000 setze
Der SSL Super 9000 ist für mich die zentrale Schaltstelle für erstklassigen Ton. Er basiert auf der bewährten SuperAnalogue-Technologie der großen SSL-Studiokonsolen und liefert ein extrem transparentes, dynamisches und vollkommen rauschfreies Signal. Er vereint mehrere High-End-Werkzeuge, die in Echtzeit arbeiten:
- SuperAnalogue Preamp: Ein Vorverstärker mit enormen Leistungsreserven und kristallklarer Wiedergabe. Selbst anspruchsvolle Mikrofone werden mühelos und ohne Eigenrauschen verstärkt.
- Expander / Gate: Unverzichtbar für saubere Aufnahmen. Es senkt den Pegel in Sprechpausen zuverlässig ab. Das eliminiert Raumhall, PC-Lüfter sowie das Klicken von Maus und Tastatur.
- VCA-Kompressor: Gleicht Lautstärkeschwankungen musikalisch und unauffällig aus. Wenn es im Eifer des Gefechts mal lauter wird, fängt er Pegelspitzen sanft ab, ohne die Natürlichkeit der Stimme zu beschneiden.
- 4-Band-Equalizer & Filter: Präzise analoge Klangformung. Tiefes Rumpeln wird per Hochpassfilter abgeschnitten, während die Stimme im Grundtonbereich Wärme und in den Höhen seidige Klarheit erhält.
Der Praxis-Nutzen
Mit dem SSL Super 9000 ist das Mikrofonsignal bereits vor der Aufnahme sendefertig. Ich muss in der Nachbearbeitung keine Software-Plugins mehr bemühen. Das Ergebnis ist eine gleichbleibend hohe Audioqualität ohne Mehraufwand bei den einzelnen Videos.
Wichtiges Detail:
Der SSL Super 9000 ist reine analoge Studio-Hardware ohne integrierten USB-Anschluss. Für den Weg in den Computer wird daher weiterhin ein Audio-Interface mit sauberem Line-Eingang benötigt.
Audio-Interface
Das letzte Glied in meiner Audio-Kette vor dem PC ist das Focusrite Scarlett 2i4 (2nd Gen). Es hat eine simple, aber unverzichtbare Aufgabe. Es wandelt das analoge Signal meiner Hardware sauber in digitale Daten um.
Warum ein Interface statt Onboard-Sound? Theoretisch lässt sich der dbx-Prozessor auch direkt an die Soundkarte des Mainboards anschließen. In der Praxis führte das bei mir jedoch zu störendem Brummen und Rauschen. Ein dediziertes USB-Audio-Interface isoliert das Signal und löst dieses Problem zuverlässig. Wer ein XLR-Mikrofon besitzt, kommt um diese Anschaffung meist ohnehin nicht herum.
Braucht man zusätzlich ein Mischpult? Oft werde ich gefragt, ob ich noch einen Kleinmixer nutze. Die klare Antwort ist Nein. Da mein Sound bereits durch den dbx 286s bearbeitet wird, wäre ein zusätzliches Mischpult redundant. Es würde den Signalweg nur unnötig verlängern. Ein Mixer lohnt sich eigentlich nur, wenn man echtes Live-Mixing mit vielen verschiedenen Audioquellen betreibt.
Mein Fazit Das Focusrite Scarlett ist kompakt, robust und klingt neutral. Es verrichtet seinen Dienst absolut unauffällig und zuverlässig. Genau das, was ich von guter Studio-Hardware erwarte.
Kopfhörer
Beyerdynamic DT 990 Pro (Limited Edition)
Lange Zeit habe ich klassische Gaming-Headsets genutzt. Irgendwann wollte ich aber mehr Klangqualität für den Schnitt und meine Gaming-Sessions. Meine Wahl fiel auf den DT 990 Pro in der Limited Edition. Diese Version kommt ganz in Schwarz daher und sieht mit den dunklen Velours-Polstern einfach edler aus als das graue Standardmodell.
Viel wichtiger ist aber die Leistung. Für den aufgerufenen Preis schlägt dieser Studio-Kopfhörer fast jedes überteuerte Gaming-Headset.
Warum dieses Modell?
- Offene Bauweise: Das ist der wichtigste Punkt. Der Klang wirkt sehr luftig und breit. Das hilft mir enorm bei der räumlichen Ortung in Spielen und sorgt beim Videoschnitt für einen neutralen Höreindruck. Man fühlt sich nicht so abgeschottet.
- Tragekomfort: Da meine Aufnahmesessions bei Survival-Games oder Aufbaustrategie oft mehrere Stunden dauern, darf nichts drücken. Die leichte Bauweise und die weichen Polster sorgen dafür, dass ich den Kopfhörer kaum spüre.
- Klangbild: Der Sound ist kristallklar. Die Höhen sind sehr präsent, was Details hörbar macht. Gleichzeitig ist der Bass definiert, aber nicht so matschig überbetont wie bei vielen Gamer-Headsets.
- Langlebigkeit: Das Ding ist ein Arbeitstier. Es ist robust gebaut und verzeiht auch den rauen Alltag am Schreibtisch. Sollte doch mal etwas kaputtgehen, gibt es fast jedes Bauteil als Ersatz.
Fazit: Der Wechsel auf einen echten Studio-Kopfhörer war eine meiner besten Entscheidungen. Ich höre Details in meinen Spielen, die mir vorher entgangen sind. Zudem ist das Tragegefühl deutlich angenehmer. Ich würde den DT 990 Pro jederzeit wieder kaufen.
Computer
Natürlich geht ohne PC gar nichts, darum folgt hier die Auflistung der momentan verwendeten Komponenten:
- AMD Ryzen 9 9950X3D
16 x 4.30 GHz, 128 MB L3-Cache (Zen5) - MSI MPG X870E Carbon WIFI, Sockel AM5
- NVIDIA GeForce RTX 5080, 16GB (ASUS TUF OC)
- 96 GB (2x48GB) DDR5-6000 CL36 RAM, Corsair Vengeance LPX
- SSD1: 1TB Samsung 990 Pro M.2 PCIe 4.0 (7450 MB/s) für Windows & Anwendungen
- SSD2: 2TB Samsung 990 Pro M.2 PCIe 4.0 (7450 MB/s) für Aufnahme-Daten
- SSD3: 4TB Samsung 990 Pro M.2 PCIe 4.0 (7450 MB/s) für Spiele
- HDD: 16TB WD Red Pro (7200rpm) als Datenspeicher
- HDD: 6TB WD Red Pro (7200rpm) als Backup-Datenspeicher
- Noctua NH-D15 chromax.black DualFan CPU Kühler
- Corsair RM1000x Netzteil (80+ Gold, ATX 3.1)
- Fractal Design Define 7 Gehäuse, schallgedämmt
Internetleitung
Auch bei der Infrastruktur habe ich aufgerüstet. Für den Upload nutze ich eine Glasfaserleitung (FTTH) mit 500 MBit/s. Damit landen die Videos rasend schnell auf den Servern. Pro Gigabyte dauert der Upload nur noch rund 30 Sekunden. Das spart enorm viel Zeit und macht den Workflow deutlich entspannter.